b2b-marketing

LinkedIn schafft die Nachfrage. Google erntet sie. Wer nur eines von beidem macht, bezahlt entweder für Aufmerksamkeit, die verpufft, oder wartet auf Nachfrage, die nie entsteht.

growth & sichtbarkeit7 min LesezeitCross-Channel
01

die 95-5-regel

ausgangslage

Es gibt einen Reflex im B2B-Marketing, der teuer ist: alles Budget in den Kanal zu stecken, der am schnellsten messbare Leads bringt.

Meist ist das Google. Jemand sucht „CRM-Software Vergleich“, klickt auf die Anzeige, füllt das Formular aus — fertig, Conversion. Sauber attribuierbar, sofort im Report sichtbar. Was soll daran falsch sein?

Die Antwort liefert eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Jahre — die 95-5-Regel, entwickelt vom B2B Institute von LinkedIn gemeinsam mit dem Ehrenberg-Bass Institute. Sie besagt: Zu jedem beliebigen Zeitpunkt sind nur rund fünf Prozent der potenziellen B2B-Käufer tatsächlich im Markt, also kaufbereit. Die anderen 95 Prozent brauchen gerade nichts — sie haben einen Vertrag, andere Prioritäten, kein akutes Problem.

Nur fünf Prozent eurer künftigen Kunden sind heute kaufbereit. Wer ausschließlich sie anspricht, kämpft mit dem gesamten Wettbewerb um denselben winzigen Ausschnitt.

Das ist der Kern des Problems. Wer nur auf Google setzt, kämpft mit allen anderen um dieselben fünf Prozent — in einem Auktionssystem, in dem über 80 Prozent der Anbieter um dieselben Leads bieten und die Klickpreise seit Jahren steigen. Man erntet, was da ist, aber man sät nie. Und wenn die 95 Prozent irgendwann in den Markt eintreten, kennen sie die eigene Marke nicht — dann ist es zu spät.

02

zwei kanäle, zwei aufgaben

arbeitsteilung

Google Ads und LinkedIn Ads sind keine Konkurrenten um dasselbe Budget, sondern zwei Werkzeuge für zwei völlig verschiedene Zustände des Käufers.

Google: Demand Capture

Google arbeitet mit intent-basiertem Targeting. Man trifft Menschen im Moment ihrer aktiven Suche, mit konkreter Absicht — die Ernte der bereits vorhandenen Nachfrage. Kein Wunder, dass laut Branchendaten rund zwei Drittel der ersten Berührungspunkte im B2B über eine Google-Suche laufen. Wer ein Problem hat, googelt es.

LinkedIn: Demand Creation

LinkedIn arbeitet mit attributbasiertem Targeting. Hier trifft man Menschen nicht nach Suchbegriff, sondern nach Jobtitel, Seniorität, Branche, Unternehmensgröße — nach dem, wer sie sind, nicht nach dem, was sie gerade eintippen. Man verankert die Marke im Kopf, bevor der Bedarf entsteht, damit sie präsent ist, wenn er entsteht.

03

der funnel, der funktioniert

zusammenspiel

Zusammengesetzt ergibt das eine nahtlose Reise durch den Kaufprozess — und der ist im B2B lang. Entscheider durchlaufen typischerweise sechs bis acht Berührungspunkte, bevor sie kaufen, und an einer B2B-Entscheidung sind im Schnitt mehrere Personen beteiligt. Ein einzelner Klick auf eine Google-Anzeige bildet das nie ab.

Oben startet LinkedIn

Mit Inhalten, die informieren statt verkaufen — Whitepaper, Webinare, kurze Thought-Leader-Videos, Infografiken. Man weckt Interesse und baut Glaubwürdigkeit auf, lange bevor jemand ein Formular ausfüllt. Wer hier schon auf „Demo buchen“ drückt, hat das Medium missverstanden.

Dann greift Google

Wer mit den LinkedIn-Inhalten interagiert oder die Website besucht hat, landet in Retargeting-Pools. Google fängt genau diese Menschen wieder ein — in dem Moment, in dem sie aktiv nach einer Lösung suchen. Die Nachfrage, die LinkedIn gesät hat, wird von Google geerntet.

Der eigentliche Hebel liegt nicht in einem der beiden Kanäle, sondern im Übergang zwischen ihnen.

In der Praxis heißt das: Retargeting-Sequenzen, die sich am Reifegrad orientieren. Oben Bildung, in der Mitte Social Proof und Fallstudien, unten die klare Handlungsaufforderung. Bestandskunden und offene Chancen schließt man aus, um kein Budget für Impressionen zu verbrennen, die nichts bringen. Und weil sich Kreativ-Ermüdung einstellt, werden die Motive regelmäßig rotiert.

04

neue formate, gleiches prinzip

2026

Die Plattformen entwickeln sich weiter, das Grundprinzip bleibt. Auf LinkedIn gehören 2026 Thought-Leader-Ads zu den effizientesten Formaten, weil sie eine Marke vermenschlichen und organischer wirken als klassische Anzeigen — ideal für den oberen Funnel. Neue Optimierungslogiken wie Qualified Lead Optimization schärfen die Aussteuerung auf wirklich relevante Leads, statt bloß Formulare zu zählen. Kurzform-Video wird zum Standard.

Was sich nicht ändert, ist die Notwendigkeit sauberer Messung. Der LinkedIn Insight Tag und ein konsequentes Conversion-Tracking über beide Plattformen sind die Voraussetzung dafür, dass der Algorithmus lernt und man den Beitrag jedes Kanals überhaupt sieht. Ohne dieses Fundament bleibt Cross-Channel ein Bauchgefühl statt einer Strategie.

Ein realistischer Einstieg braucht kein Riesenbudget. Bewährt hat sich ein Drei-Phasen-Ansatz: erst beide Plattformen parallel mit gleichem Budget und identischem Conversion-Ziel testen; dann das Budget datenbasiert zugunsten des stärkeren Kanals verschieben; schließlich beide fest in eine Customer-Journey-Strategie mit klaren, kanalspezifischen Rollen integrieren.

05

kein entweder-oder

fazit

Google Ads und LinkedIn Ads sind kein Entweder-oder, sondern ein Yin und Yang.

LinkedIn baut die Marke im Kopf der zukünftigen Käufer auf, Google verwandelt dieses Interesse in messbare Ergebnisse, wenn der Bedarf akut wird. Das eine ohne das andere ist entweder Reichweite ohne Ernte oder Ernte ohne Aussaat.

Unternehmen, die nur Nachfrage abschöpfen, landen früher oder später im Preiskampf um dieselben wenigen Kaufbereiten. Unternehmen, die zusätzlich Nachfrage schaffen, bauen einen Markenvorsprung auf, den sich Wettbewerber nicht einfach erkaufen können. Wer 2026 im B2B vorne mitspielen will, denkt die beiden Plattformen deshalb nicht getrennt, sondern als ein System — von der ersten Wahrnehmung bis zur Conversion.

#B2BMarketing #GoogleAds #LinkedInAds #DemandGeneration #CrossChannel #Funnel #LeadGenerierung

Quellenverzeichnis

  • 01LinkedIn B2B Institute & Ehrenberg-Bass Institute: „The 95-5 Rule“ — nur rund 5 % der B2B-Käufer sind zu einem Zeitpunkt im Markt; „How B2B Brands Grow“.
  • 02Ready Artwork (2025): „What Is the 95-5 Rule for B2B Marketing“ — Demand Creation vs. Demand Capture, Metriken je Funnel-Stufe.
  • 03Brixon Group (2025): „Google Search Ads vs. LinkedIn Message Ads — B2B Comparison 2026“ — 67 % der ersten Touchpoints über Google, 6–8 Touchpoints je Entscheidung.
  • 04HawkSEM: „Google Ads vs. LinkedIn Ads“ — intent-basiertes vs. attributbasiertes Targeting, über 80 % Wettbewerb im Google-Auktionssystem.
  • 05Single Grain (2025): „Multi-Stage LinkedIn Ads Retargeting for B2B“ — TOFU-zu-BOFU-Sequenzierung, Creative-Rotation, CPC-Benchmark 5,81 $ (Statista 2024).
  • 06CaliberMind (2026): „A Practitioner's Guide to LinkedIn Ads for B2B Demand Gen“ — Thought-Leader-Ads, Insight Tag, Retargeting-Listen.
  • 07Search Engine Land (2026): „5 B2B LinkedIn Ads tests to run in 2026“ — Qualified Lead Optimization, Short-Form Video, personalisierte Creatives.

funnel bauen statt kampagnen schalten?

Wir denken LinkedIn und Google als ein System — von der ersten Wahrnehmung bis zur Conversion. Erzähl uns von deinem Funnel.

daffndill | Werbeagentur | Kreativmotiv 14 #2
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 24
daffndill | Webagentur | Performance-Motiv – Fotografie 4
daffndill | Werbeagentur | Kreativmotiv – Glasinity Inspiration 2
daffndill | Werbeagentur | Kreativmotiv – P6xrDMFSU unsplash
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 15
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 18
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 17
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 4 #2
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 22
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv – Posters You Can Touch Honoring Swiss Style with an
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 34
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 39
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 12
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 21
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 6 #2
daffndill | Werbeagentur | Kreativmotiv – IX61r Z4oFc unsplash
daffndill | Werbeagentur | Kreativmotiv 15 #2
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 14
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 9
daffndill | Werbeagentur | Kreativmotiv – sEqo82gbhUY unsplash
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv – rene bohmer QTFSB1gSTr8 unsplash
daffndill | Werbeagentur | Kreativmotiv – Sos6SJYl
daffndill | Werbeagentur | Bildmotiv 7